Politik in Lage

Vor dem Parlament in Kopenhagen
Bericht aus Kopenhagen   -  13. 12. 2009Artikel kommentieren


Der Klimagipfel in Kopenhagen - Die große Demonstration für aktives Handeln im Klimaschutz - Auch die Lagenser Grünen trugen mit einer kleinen Abordnung zu den 100.000 Menschen aus der ganzen Welt bei. Hier Ihr Bericht.
Weitere Infos:  offzielle Webseite der UN-Klimakonferenz    Interview in der LZ
      

Klimakonferenz in Kopenhagen - Bericht der Lagenser Teilnehmer


Die Demonstration am Samstag

Auftakt ist vor dem Parlament in Kopenhagen. Ein gutes Gefühl zu sehen, wie viele gekommen sind. Schon am Äußeren erkennt man Menschen aus zahlreichen Ländern der Erde. Sie versammeln sich unter den Forderungen vieler verschiedener Organisationen. Auch die Transparente und die RednerInnen machen dies deutlich. Der bunte fröhliche Zug macht sich auf den langen Weg von der Innenstadt zu dem weit am Stadtrand gelegenen Bella-Center in dem die Delegationen der UN-Klimakonferenz tagen. Es ist schon dunkel als die Abschlußkundgebung beginnt. Es ist kalt in Kopenhagen - doch die TeilnehmerInnen strahlen Zuversicht aus.

Auf dem Klimaforum

Am Sonntag besuchen wir das Klimaforum, die Gegenveranstaltung der Umweltaktivisten. Auf Grund meiner nicht so üppigen Englisch-Kenntnisse hatte ich damit gerechnet nur ein Stimmungsbild zu bekommen. Das erhalten wir auch in vielen Räumen, in denen sich die Teilnehmer drängen, in der Ausstellungshalle, in der sich Projekte vorstellen. Aber wir können noch mehr mitnehmen. In der Turnhalle nehmen wir an einer der größeren Veranstaltungen teil. Hier wird gerade das "Manifest zum Klimawandel und zur Zukunft der Ernährungssicherheit" vorgestellt. Bekannteste Rednerin ist die indische Umweltschützerin
Vandana Shiva. Wider Erwarten kann ich ihren Ausführungen folgen und auch der Vortrag des italienischen Agrarexperten ist (in der englischen Übersetzung) gut verständlich. Ich nehme die Erkenntnis mit: Ökologischer und kleinteiliger Landbau ist erheblich besser als industrielle Landwirtschaft, die durch Düngerproduktion und andere Effekte die CO2-Bilanz verschlechtert. Um die Ernährung der Bevölkerung in Zukunft sicherzustellen ist es erforderlich die traditionellen Kenntnisse der lokalen Kultur zu erhalten und weiterzuentwickeln. Großflächige Bewirtschaftung für den Export führt nicht zu Nahrungsmittelsicherheit. Wer sich für weiter dieses Thema interessiert siehe www.future-food.org

Die offiziellen Verhandlungen im Bella-Center

Viele haben sich sicher schon gefragt, wie eigentlich eine solche Riesenkonferenz mit tausenden von Teilnehmern aus mehr als 100 Ländern abläuft. Auf der Rückreise hatten wir Gelegenheit ausführlich mit Teilnehmern der offiziellen Verhandlungen zu sprechen. Es handelte sich um eine Gruppe von Studenten, die sich über ihre Universität als NGO (Nichtregierungsorganisation) zu den Verhandlungen angemeldet hatten. "Es tagen eine größere Zahl von Arbeitsgruppen. Vorn sitzen die Staatsekretäre und Regierungsvertreter. die die Verhandlungen führen. Dahinter wichtige NGOs etwa die Welthungerhilfe und Fachinstitutionen etwas NASA oder Forschungseinrichtungen, die zu Detailfragen um Stellungnahmen gebeten werden. Dahinter quasi als Publikum die vielen kleinen NGOs ohne Rederecht und die Pressevertreter. Vorn geht es dann in den Gesprächen häufig um kleinste Formulierungsdetails. (Das Konferenzgelände des Bella Centers faßt 15.000 Teilnehmer Es waren Vertreter von 126 Staaten anwesend, außerdem waren 22.000 NGO-Vertreter akkreditiert. Greenpeace z.B. verfolgt mit einem 40-köpfigen internationalen Team die Verhandlungen.)

Was war mit dem Polizeieinsatz?

Auf der Demonstration haben wir nur sehr wenig Polizei wahrgenommen. An einigen wenigen Gebäuden in der Innenstadt waren Polizisten postiert, und einige Manschaftswagen in Seitenstrassen waren zu sehen. Wir hatten Gelegenheit mit einem Augenzeugen der Auseinandersetzungen und auch mit einem der Verhafteten zu sprechen. In der Berichterstattung nehmen diese Punkte ja oftmals einen großen Raum ein und lenken von den eigentlichen Inhalten ab.

Dies und das aus Kopenhagen

Nur wenig Zeit blieb uns an diesem Wochenende Kopenhagen selbst kennenzulernen. Gleich aufgefallen sind uns die breiten und viel genutzten Radwege in der Innenstadt. Die folgenden Bilder geben einige unserer Eindrücke wieder.


Ute Koczys Tagebuch vom Klimagipfel Cop 15 in Kopenhagen
        

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Dicht drängen sich die Teilnehmer vor dem Parlament. Auf den großen Segeln sind die Forderungen an den Klimagipfel niedergeschrieben. Die Segel werden später der Konferenzleitung überreicht.



Der Demonstrationszug setzt sich langsam in Bewegung.



Greenpeace ist mit mehreren Schiffen in Kopenhagen vertreten.


Veranstaltung auf dem Klimaforum.


Kunstaktion zum Klimagipfel an der kleinen Meerjungfrau: Survival of the Fattest.

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