Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt vor einer endgültigen Beschlussfassung über die Beantragung von Fördermitteln beziehungsweise über die geplante Sanierung des bestehenden Hallenbades, die zukünftige Bäderstruktur der Stadt Lage, insbesondere im Kernstadtbereich nochmals umfassend, ergebnisoffen und unter langfristigen wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Sportausschuss zu beraten.
Die Verwaltung wird gebeten,
- 1. die langfristigen finanziellen, betrieblichen und infrastrukturellen Auswirkungen einer Sanierung des bestehenden Hallenbades den Möglichkeiten eines Neubaus eines Kombibades gegenüberzustellen;
- 2. dabei ausdrücklich auch den perspektivischen Sanierungs- und Investitionsbedarf des bestehenden Freibades mit einzubeziehen;
- 3. die jeweiligen Betriebs-, Energie, Personal und Unterhaltungskosten beider Varianten langfristig vergleichend darzustellen;
- 4. mögliche Förderprogramme für einen Neubau beziehungsweise für eine kombinierte Lösung zu prüfen;
- 5. die Auswirkungen beider Varianten auf Schulen, Vereine, Schwimmkurse und den öffentlichen Badebetrieb während der jeweiligen Bauphase darzustellen;
- 6.die städtebaulichen, sozialen und ökologischen Potenziale eines möglichen Kombibades am Freibadstandort zu bewerten.
Bis zum Abschluss dieser erneuten Beratung durch den Ausschuss sollte aus Sicht unserer Fraktion keine endgültige Festlegung auf eine reine Sanierung des bestehenden Hallenbades erfolgen.
Begründung
Die Stadt Lage steht bei der zukünftigen Entwicklung ihrer Bäderlandschaft vor einer weitreichenden und langfristigen Grundsatzentscheidung.
Das bestehende Hallenbad ist rund 50 Jahre alt und laut vorliegenden Gutachtenund Bericht von dem Planungsbüro Vision 12! in der Sportausschusssitzung vom 09.02.2026 nur noch wenige Jahre wirtschaftlich und technisch sinnvoll zu nutzen und zu betreiben. Die derzeit diskutierte Sanierung würde Investitionen von rund 15 Millionen Euro erfordern. Ein Teil dieser Investitionen kann ggfls. durch Fördermittel gegenfinanziert werden.
Gleichzeitig würde jedoch trotz dieser erheblichen Investition weiterhin ein Bestandsgebäude mit den konstruktiven und funktionalen Einschränkungen eines Altbaus bestehen bleiben.
Parallel dazu befindet sich auch das Freibad Werreanger in einem zunehmend sanierungsbedürftigen Zustand. Die technische Infrastruktur ist veraltet, die Anlage ist deutlich über 60 Jahre alt, und kurz bis mittelfristig ist auch dort mit erheblichem Investitionsbedarf zu rechnen.
Die Stadt steht damit faktisch vor zwei problembehafteten Bäderstandorten.
Gerade unter den Bedingungen der Haushaltssicherung sollte daher nicht ausschließlich die kurzfristig niedrigere Investitionssumme betrachtet werden, sondern vielmehr die Frage, welche Lösung langfristig wirtschaftlich, nachhaltig und strukturell sinnvoll ist.
Eine reine Hallenbadsanierung würde das grundlegende Problem nicht vollständig lösen. Sie würde lediglich einen Standort modernisieren, während der Investitionsbedarf des Freibades weiterhin bestehen bliebe.
Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll und verantwortungsvoll, vor einer endgültigen Festlegung nochmals intensiv zu prüfen, ob die Errichtung eines modernen Kombibades am Standort des Freibades langfristig die wirtschaftlichere und zukunftsfähigere Lösung darstellen könnte.
Ein solches Kombibad könnte:
- Hallen und Freibadbetrieb zusammenführen,
- Doppelstrukturen abbauen,
- Betriebs und Unterhaltungskosten reduzieren,
- moderne energieeffiziente Technik nutzen,
- Personal effizienter einsetzen,
- Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität verbessern,
- sowie neue städtebauliche und ökologische Chancen im Zusammenhang
mit der Renaturierung der Werre eröffnen.
Zudem könnte ein Neubau am Freibadstandort errichtet werden, während der Betrieb des bestehenden Hallenbades zunächst weiterläuft. Bei einer Sanierung des Hallenbades wäre dagegen nach jetzigem Planungsstand
voraussichtlich eine mehrjährige Schließung notwendig, mit erheblichen Auswirkungen auf Schulen, Vereine, Schwimmkurse und den öffentlichen Badebetrieb.
Die Tragweite dieser Entscheidung rechtfertigt daher ausdrücklich eine erneute vertiefte Diskussion aller möglichen Optionen.
Gerade in Zeiten knapper kommunaler Haushalte sollte die Stadt Lage vermeiden, kurzfristig hohe Summen in eine Lösung zu investieren, während parallel bereits absehbar ist, dass an anderer Stelle weiterer erheblicher Investitionsbedarf entstehen wird.
Oder anders formuliert:
„Die Stadt Lage ist finanziell nicht in der Lage, zweimal hintereinander dieselbe Infrastrukturfrage lösen zu müssen bzw. lösen zu können.“
Deshalb sollte vor einer endgültigen Beschlussfassung sorgfältig geprüft werden, welche Lösung langfristig die geringsten Gesamtbelastungen verursacht und gleichzeitig die beste Perspektive für Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Vereine und den Schwimmsport bietet.
Bericht in der LZ über die Diskussion im Sportausschuss am 18.5.2026

Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Grüne Wanderung an der Werre
Trotz wechselhaftem Wetter hat der Grüne Ortsverband seine Wanderung unternommen. Ziel war es, den Gewässerlehrpfad und den Werrewanderweg zu erkunden. Ein großes Dankeschön an Ilka Beermann, Fachteamleiterin Umweltplanung, die die…
Weiterlesen »
Harald_Landsrath/Pixabay
Kommunale IT-Ausbildungsplätze
die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, den Aufbau kommunaler IT-Ausbildungs-plätze ab dem Ausbildungsjahr 2027 Der Antrag im Wortlaut: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, ab dem Ausbildungsjahr 2027 duale Ausbildungsplätze im…
Weiterlesen »
Digitalisierungsstrategie
die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, eine gesamtstädtische Digitalisierungsstrategie für die Stadt Lage zu entwickeln. Beschlussvorschlag: Begründung: Die Stadt Lage verfügt bereits über verschiedene fachbezogene Ziele und Planungen etwa zur…
Weiterlesen »