Moderne Busse an der Ladestation in Lage

Der Aufsichtsrat der Kommunalen Verkehrsgesellschaft (KVG) Lippe, hat beschlossen, sich vom Geschäftsführer Achim Oberwöhrmeier zu trennen.

Pressemitteilung 10.09.2026

Grüne kritisieren Aus von KVG-Chef Oberwöhrmeier – „Der ÖPNV in Lippe darf jetzt nicht unter die Räder kommen“

Kreis Lippe. Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisiert das vorzeitige Ausscheiden des langjährigen KVG-Geschäftsführers Achim Oberwöhrmeier. Gleichzeitig warnen die Grünen davor, die personelle Veränderung an der Spitze der Kommunalen Verkehrsgesellschaft für einen politischen Kurswechsel zulasten des öffentlichen Nahverkehrs zu nutzen.

„Achim Oberwöhrmeier hat den ÖPNV in Lippe über mehr als zwei Jahrzehnte maßgeblich mitentwickelt und vorangebracht. Viele Angebote, die für die Menschen heute selbstverständlich sind, tragen seine Handschrift“, erklärt Birgitt Höhn, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion Lippe.

Dazu gehören insbesondere der Ausbau der Schnellbuslinien, die Mobilitätszentrale, die Einführung der Limo-Angebote als flexibler On-Demand-Verkehr, die Touristiklinie, die Umsetzung und Begleitung des Deutschlandtickets sowie die konsequente Umstellung der Busflotte auf Elektromobilität. Erst vor rund einem Jahr hatte die KVG 39 Elektrobusse in Betrieb genommen und damit einen wichtigen Schritt hin zu einem klimafreundlicheren Nahverkehr vollzogen.

Für die Grünen ist deshalb entscheidend, dass diese Entwicklung nach dem Ausscheiden Oberwöhrmeiers nicht abgebrochen wird.

„Wir dürfen jetzt nicht vom Bus zurück ins Auto-Zeitalter fahren. Ein attraktiver ÖPNV ist keine freiwillige Zugabe, sondern ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge – gerade im ländlichen Raum“, erklärt Jürgen Hachmeister, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen Kreistagsfraktion.

„Ich werde mich weiterhin mit aller Kraft für einen starken ÖPNV in Lippe einsetzen. Mit den neuen politischen Mehrheiten sehe ich allerdings erhebliche Probleme auf uns zukommen. Vertreter der CDU haben bereits in der Vergangenheit wichtige Angebote und Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr infrage gestellt und setzen stärker auf den Individualverkehr. Wir Grünen werden nicht akzeptieren, dass die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre nun zurückgedreht wird“, so Hachmeister.

Die Grünen sehen gerade für einen Flächenkreis wie Lippe die Notwendigkeit, Bus, Bahn und flexible Angebote weiter auszubauen statt sie auszudünnen. Mobilität dürfe nicht davon abhängen, ob jemand ein eigenes Auto besitzt. Das gelte für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für ältere Menschen, Berufspendlerinnen und Berufspendler sowie Menschen in den ländlichen Ortsteilen.

„Wer beim ÖPNV kürzt, spart am falschen Ende. Klimaschutz, gesellschaftliche Teilhabe und die Attraktivität des ländlichen Raumes brauchen mehr öffentliche Mobilität – nicht weniger“, so Hachmeister.

Die Grüne Kreistagsfraktion erwartet deshalb, dass die anstehenden Entscheidungen über die Zukunft der KVG transparent getroffen werden und die strategische Ausrichtung des Unternehmens weiterhin auf Ausbau, Verlässlichkeit und klimafreundliche Mobilität ausgerichtet bleibt.


„Personalien wechseln – aber der Auftrag bleibt: Lippe braucht einen starken, klimafreundlichen ÖPNV. Wir werden sehr genau darauf achten, dass aus dem Wechsel an der KVG-Spitze kein verkehrspolitischer Rückwärtsgang wird.“


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Kreistagsfraktion Lippe


Hier der Presseartikel im Orginal, LZ 11.9.2026:

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