Verkehrszahlen nicht ausreichend, Entlastungswirkung mangelhaft – Zur vierten Sitzung des runden Tisches ‚Umgehungsstraßen‘ geben die Grünen Lage die folgende Stellungnahme ab, in der sie ihre ablehnende Haltung begründen.

Die Grünen beantragen zur Ratssitzung am 21. 06. 2012: ‚Dem Straßen- und Wegekonzept B 239 n wird nicht zugestimmt. Das gilt für beide Streckenabschnitte (1.Streckenabschnitt : Detmolder Straße bis Bielefelder Straße / 2. Streckenabschnitt: Bielefelder Straße bis Düwelsmühle)‘
Position von Bündnis 90/Die Grünen
zu den Planungen der Ortsumgehung Lage
Seit 2009 ist Straßen NRW auf der Grundlage der Erhebung der aktuellen Verkehrszahlen von den Planvorhaben B 239 n und B 66 n als überregionale Fernstraßen abgerückt. Geplant sind nur noch Teilstücke, deren Realisierungen nicht gesichert sind. Die Planung der B 66 n endet am Scherenkrug, die der B 239 n an der Sylbacher Straße. Die Teilstücke haben nur noch eine geringe Entlastungsfunktion für die Innenstadt.
Das Teilstück B 66 Bielefelder Straße bis B 239 Düwelsmühle ist auch nach Meinung der Stadtverwaltung „unter der Berücksichtigung der derzeitigen Diskussionen über Verkehrsbelastungen, Umweltverträglichkeit und den örtlichen Grundstücksverhältnissen nur sehr bedingt darstellbar.“
Bei der Einschätzung der Verkehrszahlen nach einer Fertigstellung des Teilstücks um Ehrentrup ist von dem Prognose-Nullfall 2025 auszugehen, den die Verkehrsgutachter errechnet haben. Demnach gibt es keine signifikanten Veränderungen des Verkehrsaufkommens rund um Lage.
Bündnis 90 /Die Grünen lehnen den Bau der B 239 n und der B 66 n aus den folgenden Gründen in allen Teilstücken ab:
- Die jetzigen Planungen bringen nur eine geringe Entlastung für die Innenstadt, belasten aber zusätzlich die Anwohner in den Ortsteilen.
- Die neuen Straßenzüge zerschneiden wertvolle Erholungsräume und Biotope.
- In der Zukunft ist mit einer veränderten Nutzung der Verkehrsmittel zu rechnen. Der Pkw-Verkehr wird wegen der steigenden Energiekosten zurückgehen. Alternative Verkehrsmittel werden eine größere Rolle spielen.
- Die Bevölkerungszahl in Lippe ist rückläufig, somit auch die Pkw-Dichte.
- Wir haben einen erheblichen Reparaturstau des bestehenden Straßennetzes.
- Angesichts der Schuldenlasten der öffentlichen Haushalte sind Straßenneutrassierungen kaum noch finanzierbar.
- Die Landwirte lehnen die Straßenplanungen wegen des immensen Landverbrauchs ab.
- Der Handel hält sich mit einer eindeutigen Stellungnahme zu den Planvorhaben zurück, weil er Umsatzeinbußen befürchtet.
Stattdessen erwarten wir Verbesserungen für den innerstädtischen Verkehrsfluss durch den in Auftrag gegebenen Verkehrsentwicklungsplan und den geplanten Ausbau der innerstädtischen Durchgangsstraßen.
Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Stellenabbau ?
Im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts wurden auch Stellen gestrichen. Die Grünen kritisierten es schon in der Haushaltsberatung (siehe: Stellungsnahme unserer Fraktionsvorsitzenden Ute Habigsberg-Bicker). Angesichts der Temperaturen Ende Juni erneuern die Grünen…
Weiterlesen »
Diskussion um Mähroboter
Der Umweltausschuss diskutierte eine Zeitbeschränkung für Mähroboter (Einsatz nur noch zwischen 7.00 und 18.00 – Antrag der SPD) Auch die Grünen trugen ihre Argumente vor. Hier der Bericht in der…
Weiterlesen »
Stadtradeln 2026
Am 7.6. ging das Lagenser Stadtradeln 2026 zu Ende. Teilnehmer- und Kilometerzahl sind gestiegen. Sieger auf Lagenser Ebene ist das Team ‚elia Kirche für Lippe‘. Der Vorjahressieger ‚Alte Schmiede Repair…
Weiterlesen »