Von vielen Menschen wird verdrängt, dass das AKW Grohnde nur 40 km von Lage entfernt ist. Wie es um den Katastrophenschutz in Lage für den Ernstfall bestellt ist, möchte die Mahnwachengruppe Fukushima von der Stadtverwaltung erfahren.

Anregung gemäß §24 Gemeineordnung NRW
Sehr geehrter Herr Liebrecht,
Im Namen unserer Gruppe möchte ich anregen, dass sich der Rat mit der unten geschilderten Problematik beschäftigt und die aufgeworfenen Fragen beantwortet. Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Katastrophenschutz in Lage im Falle eines Reaktorunfalls im AKW Grohnde?
Wie man der Presse entnehmen konnte, fand Ende letzten Jahres eine Stabsübung im Hamelner Kreishaus statt, in der ein GAU im AKW Grohnde durchgespielt wurde. Der simulierte Einsatz endete allerdings an der niedersächsischen Grenze. Lage liegt ca. 40 km von der Anlage in Grohnde entfernt. Soweit in der Öffentlichkeit bekannt, werden in den derzeitigen Katastrophenschutzplänen bestimmte Radien festgelegt, in denen evakuiert wird oder andere Maßnahmen ergriffen werden, etwa Verteilen von Jodtabletten. Die Pläne beruhen auf der Annahme, dass der Austritt von spaltbarem Material nicht länger als 48 Stunden andauert und man deshalb von einer gleichmäßigen Windrichtung ausgehen kann. Die Erfahrungen von Fukushima zeigen aber ein anderes Bild. Die Emissionen hielten 25 Tage an. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat eine „Analyse der Vorkehrungen für den anlagenexternen Notfallschutz für deutsche Kernkraftwerke basierend auf den Erfahrungen aus dem Unfall in Fukushima“ veröffentlicht. In der Studie werden entsprechende Wettermodellrechnungen für deutsche Standorte vorgenommen. Es zeigt sich, dass mit gefährdeten Gebieten, weit über die bisherigen schematischen Kreisradien zu rechnen ist. Und dies je nach Windrichtung in großen unregelmäßigen „Ablufttaschen“.
Uns stellen sich folgende Fragen:
- Wie ist das Gebiet Lages in die Katastrophschutzplanung einbezogen?
- Ist die Verwaltung / Feuerwehr Lages in die Katastrophschutzplanung einbezogen?
- Welche Vorkehrungen sind in Lage getroffen um die Bevölkerung zu informieren?
- Stehen in Lage Jodtabletten zur ausreichenden Verteilung bereit?
- Wie ist sichergestellt, daß insbesondere Kinder rechtzeitig mit Jodtabletten versorgen werden?
- Sind die entsprechenden Einrichtungen (Kindergärten, Schulen) einbezogen?
- Welche Möglichkeiten der Dekontamination von Betroffenen sind geplant und welche Kapazitäten sind dafür vorhanden?
- Gibt es Pläne für den Ablauf von Evakuierungen?
- Gibt es Vorgaben für die Aufnahme von Evakuierten?
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