Grüne besichtigen die lagenser Kläranlage

Viel Information erhielt die Grüne Fraktion bei Ihrem Besuch in der Lägenser Kläranlage an der Pottenhauser Straße. Die Leiterin Anja Ziesel erläuterte die Anlage und informierte über in Zukunft notwendige Entscheidungen. Nachfolgend lesen Sie erst Details zum Besuch, nachfolgend den Bericht in der LZ von Cordula Gröne und im Postillon

Besichtigung der Lagenser Kläranlage

Eine Führung durch die Anlage an der Pottenhauser Straße wurde den Grünen in der letzten Woche geboten. Die Leiterin des Lagenser Zentralklärwerks, Anja Ziesel, erläuterte zunächst an einem Modell die Abläufe in der Anlage und erklärte die wichtigsten Funktionsbereiche. Neben den Kanälen, die im normalen Gefälle die Pottenhauser Straße erreichen, gibt es auch Pumpleitungen, z.B. von der ehemaligen Anlage in Ohrsen und sogar Anlieferungen in Tankwagen aus anderen Kommunen.

Dann begann der Rundgang über das weitläufige Gelände. Die Gruppe folgte dem Weg des Schmutzwassers. Dies kommt an der Pottenhauser Straße an, wird zunächst mechanisch von groben Verschmutzungen und Schotter befreit. Es wird anschließend mit der noch von der Straße aus sichtbaren Schnecke um 5 m angehoben, damit es die nachfolgenden Reinigungsstufen durchlaufen kann. Sand und Fette werden abgetrennt. Dann setzen sich im Vorklärbecken, bei niedriger Fließgeschwindigkeit organische Stoffe ab. Dieser Schlamm wir in den Faultürmen zur Biogasproduktion genutzt.

Es folgt die biologische Reinigung durch Bakterien in Belebungsbecken. Hier wird Sauerstoff zugesetzt und die Bakterien bauen insbesondere Stickstoff und Nitrat ab. Dieser Teil der Anlage bedarf einer besonderen Steuerung, damit die Bakterien die optimale Umgebung vorfinden. Mit dieser biologischen Stufe wurde die Lagenser Kläranlage erst später ausgestattet. Es folgen die großen runden Nachklärbecken und die Filteranlage, die sich in dem Gebäude nahe der Werre befindet. Dort ist auch das große Rohr zu sehen, in dem das geklärte Wassser in die Werre fließt.

Während des Rundgangs kamen weitere interessante Punkte ins Gespräch. So steht demnächst eine Erweiterung der Anlage zur Debatte. Kläranlagen sollen nämlich in Zukunft auch die Medikamentenrückstände aus dem Abwasser holen, damit sie nicht in Flüsse oder gar in das Trinkwasser geraten. Hier ist man auf der Suche nach dem sinnvollsten und wirtschaftlichsten Verfahren. Die Ausschüsse und der Rat werden sich damit zu beschäftigen haben. Weitere Stichworte waren Regenrückhaltebecken, Trenn- und Mischsystem …

Frau Ziesel ging auch auf die notwendigen Erneuerungen verschiedener Anlagenteile ein, die schon in die Jahre gekommen sind. Hier sind abgewogene Entscheidungen gefragt, um Verbesserungen und Einsparungen zu erreichen. Sie konnte z.B. neuere Gasturbinen in dem zur Kläranlage gehörenden Blockheizkraftwerk zeigen, die einen weit geringeren Wartungsaufwand haben als ihre Vorgänger. Das Blockheizkraftwerk erzeugt aus dem anfallenden Biogas Strom und Wärme zum Beheizen der Faultürme.

Die Teilnehmer waren erstaunt, wie weit die Automatisierung des ganzen Klärprozesses im Vergleich zu früheren Jahren vorangeschritten ist und freuten sich über die vielen Informationen, die sie erhalten hatten.

Erklärung am Modell in der Schaltzentrale
Eine der Schnecken mußte vor kurzem ausgetauscht werden – nach ca. 30 Jahren
Becken der biologischen Reinigungsstufe
Und hier geht’s ab in die Werre
Schnecken, die das Abwasser auf die richtige Höhe befördern
Gasspeicher zum Zwischenspeichern des Biogases
Die großen runden Nachklärbecken – Im Hintergrund das Gebäude der Filteranlage

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