Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) für die Kernstadt Lage – Stellungnahme von Bündnis 90/Die Grünen

Derzeit wird in den Ratsgremien das ISEK diskutiert. Darin sind zahlreiche Maßnahmen für die Innenstadt enthalten. Diese Finanzierung wird vom Land mit 60 % bezuschusst. Das Programm ist über 5 Jahre angelegt und umfaßt ca. 15 Millionen Euro. -

Gesamtbewertung

Bündnis 90/Die Grünen stimmt den geplanten Maßnahmen und Projekten des ISEK insgesamt zu. Ein Großteil der Projekte ist bereits in Planung und wurden vom Rat bereits beschlossen. Durch die 60-prozentige Fördermöglichkeit der investiven Maßnahmen sind sie für die Stadt, verteilt auf 6 Haushaltsjahre, finanzierbar. In der jetzigen Situation ist es wichtig, trotz der Corona-Krise sinnvolle Investitionen der öffentlichen Hand voranzutreiben. Das stützt das Handwerk und unsere heimische Wirtschaft.

Hauptkritikpunkt: Fuß- und Radwegenetz

Bündnis 90/Die Grünen vermisst bei den einzelnen Maßnahmen konkrete Vorschläge zur Umsetzung der Optimierung des Fuß- und Radverkehrs. Im allgemeinen Teil des ISEK wird richtigerweise ausgeführt: “Im Vergleich zum Kreis Lippe bzw. dem Bundesdurchschnitt gibt es ein erhebliches Steigerungspotential des Anteils des Fußverkehrs (Lage: 12% Bundesdurchschnitt 24%).

Vor dem Hintergrund einer zukünftig zu erreichenden Verkehrsverlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel und der zunehmenden Nutzung von E-Bikes sollte das Radwegenetz ausgebaut und attraktiver gestaltet werden. Dazu sollten vor allem Lücken im bestehenden Netz geschlossen und der Ausbauzustand der Radwege verbessert werden. Dies würde zudem die Verkehrssicherheit für Radfahrer, aber auch Fußgänger erhöhen.”
Des weiteren wird auf den Verkehrsentwicklungsplan verwiesen, der empfiehlt:

  • Mehr Querungsstellen für Fußgänger an Hauptverkehrsstraßen
  • Weiterentwicklung der Fußgängerzone in der Lange Straße
  • Verbesserungen für den Radverkehr durch Netzerweiterungen, neue Radwege, neue Elemente (Fahrradstraße) und neue Abstellanlagen
  • Verlagerung des Parkens an den Rand des Stadtkernbereiches bei deutlicher Ausweitung des Angebots
  • Aufwertung der Wegebeziehungen in der östlichen Innenstadt

Um diese Ziele zu erreichen muss der gesamte Bereich in Augenschein genommen werden. Wenn ein Wegekonzept im Rahmen einer weiteren ISEK-Maßnahme nicht möglich ist, muss dies ohne Förderung erarbeitet werden. Dazu ist keine große neue Bestandsaufnahme und Konzepterstellung notwendig. Man kann auf dem Verkehrsentwicklungsplan aufbauen und die Erkenntnisse aktualisieren und konkretisieren.

Zu den Einzelmaßnahmen haben wir die folgenden Forderungen:

Maßnahme 2
Freiraumplanerischer Wettbewerb für Marktplatz und Bergstraße, um eine durchgängige und damit auch fußver-kehrsleitende Gestaltung zu erreichen. (Wettbewerb Marktplatz/Bergstraße)

Forderung: Einbeziehung der Langen Straße (Marktplatz bis Bruchstr.) in den Wettbewerb. Festlegung von grundsätzlichen Forderungen in die Auslobung des Wettbewerbs durch Verwaltung und Politik als Richtschnur für die Planer.

Wenig Platz für Fußgänger in der Langen Straße
Wenig Platz für Fußgänger in der Langen Straße

Maßnahme 3
Freiraumplanerischer Wettbewerb für den Sedanplatz und das Umfeld der Grundschule am Sedanplatz (Paulinen- und Sedanstraße). Vorbereitung der Maßnahme Nr. 7. – Öffnung des Schulgeländes zum Sedanplatz, eine bessere Verknüpfung und Wahrnehmbarkeit der Schule; Aktivitätsangebote auf dem Platz und für das Quartier.

Forderung:
Einbeziehung der Von-Cölln-Straße in den Wettbewerb. Festlegung von grundsätzlichen Forderungen in die Auslobung des Wettbewerbs durch Verwaltung und Politik als Richtschnur für die Planer. Die Beteiligung der Schule ist ausdrücklich festzulegen.

Zelt auf dem Sedanplatz - eine Aktion der Grundschule
Zelt auf dem Sedanplatz – eine Aktion der Grundschule

Maßnahme 6 Umgestaltung Bergstraße:
Die vorhandene Möblierung und das vorhandene Grün laden kaum zum Verweilen ein, Einbauten und Beeteinfassungen mindern die Attraktivität für Fußgänger und die Zugänglichkeit der Ladenlokale. Die Bergstraße als Weg zum neuen Rathaus und zum Bürgerhaus wird so nicht wahrgenommen. Damit ist sie auch nur unzulänglich in das innerstädtische Wegenetz eingebunden

Forderung:
Unter der Zielbeschreibung soll explizit “Bessere Erkennbarkeit der Verbindung Bergstraße – Eichenallee für Fußgänger und Radfahrer” aufgeführt werden.

Enge Stelle am Ende der Bergstraße
Enge Stelle am Ende der Bergstraße

Maßnahme 8
Umfeld Technikum

Forderung:
Der neue Weg auf der Nord-Ost-Seite soll bis zur Technikumstraße/Kita breit und offen gestaltet werden. (entlang des schon vorhandenen schmalen, derzeit noch unattraktiven Weges am Parkplatz)

Unattraktiver Weg am Technikum
Unattraktiver nicht durchgängiger Weg am Technikum

Maßnahme 9
Quartiersplatz Heidensche – Lange Straße

Forderung:
Der Anschluss an die Heidensche Strasse muss etwas weiter einbezogen werden, damit die Engstelle bis zur Rhienstraße verbessert wird (Bürgersteig teilweise nur 60 cm breit, ungeregeltes Parken im Sackgassenbereich)

Engstelle am Beginn der Heidenschen Straße
Engstelle am Beginn der Heidenschen Straße

Maßnahme 11
Umgestaltung Gelände Alte Burg – Die Aufenthaltsqualität der Gelände Alte Burg soll künftig gesteigert wer-den, zusätzlich kann hier auch ein direkter Zugang zur Werre angelegt werden, um diese erlebbar zu machen.

Forderung:
Der Weg bis zur Werrebrücke Holzhofstraße (Hinter dem zukünftigen Ärztehaus/Rettungswache) ist in die Maßnahme einzubeziehen.

Werreuferweg hinter der ehemaligen Post
Werreuferweg hinter der ehemaligen Post

Maßnahme 13:
Anlage eines Aktivitätspfad im Um-feld des Schulzentrums und der Sportanlagen

Forderung:
Der Weg bis zu den Johannissteinen soll Teil der Maßnahme sein.

Blick vom Gebiet Johannissteine Richtung Werre
Blick vom Gebiet Johannissteine Richtung Werre

Maßnahme 19: Historisches Rathaus als Haus der Stadtgesellschaft – Schaffung einer Infrastruktur mit Aufgaben und Räumen für Initiativen, Ehrenamt und Vereine

Forderung:
Um zu einer guten Nutzung zu kommen. sollten Gespräche und Abstimmungen mit den Betroffenen (z.B. AWO) baldmöglichst konkretisiert werden.

Historisches Rathaus in Lage
Historisches Rathaus – Eine Sanierung steht an

Maßnahme F4:
Neugestaltung von Innenstadtstraßen mit dem Ziel einer durchgängigen fuß-gängerfreundlichen und barrierefreien Innenstadt.
Ziel ist die bes-sere Integration der Plätze (Marktplatz, am Technikum, Quartiersplatz Heiden-sche Straße) und der Stadteingänge in das innerstädtische Wegenetz.

Forderung:
Neben der ‘fußgängerfreundlichen Gestaltung’ ist unter den Zielen die ‘fahrradfreundliche Gestaltung’ aufzunehmen.

Fahrbahnkennzeichnung für RadfahrerInnen 
Hier ein Beispiel aus Lemgo
Fahrbahnkennzeichnung für RadfahrerInnen
Hier ein Beispiel aus Lemgo

Forderungen zum Zeitplan

Maßnahme 7 : Neugestaltung Sedanplatz schon 2022/

Maßnahme 11 (Alte Burg): Maßnahme vorziehen, da die Hauptarbeiten schon lange fertig sind und nicht noch jahrelang auf die Eröffnung/Nutzung gewartet werden sollte. Das finanzielle Volumen ist zudem nicht sehr hoch.

Maßnahme 18 (Bürgerhaus): Soll nicht verschoben, sondern nach Möglichkeit vorgezogen werden

Maßnahme F2 (Von-Cölln-Straße): Sollte vorgezogen werden

3 Kommentare

  1. Monika Kuhlmanm

    Danke an Reimund Neumann für diese guten umfangreichen Erläuterungen. Durch die vielen Fotos ist alles sehr anschaulich dargestellt.

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