In den Leserbriefspalten wird oft hart ausgeteilt zwischen „unterverantwortlichen Auto-Rasern“ und „Kampfradlern“ – Die Wirklichkeit ist nicht nur schwarz und weiß und oft entspannter. Ein Leserbrief in der LZ vom 24. September hebt sich von der erregten Auseinandersetzung wohltuend ab.
Es lohnt sich diese Argumentation zu lesen auch wenn man die Vorgeschichte nicht verfolgt hat:
Antwort auf den Leserbrief von J. K.:
Ja, klar, Radfahrer*innen sind keine besseren Menschen. Manche fahren verkehrswidrig, halten sich nicht an Vorschriften, gefährden sich und andere, genau so, wie auch manche Autofahrer*innen. Wenn sich alle an die Vorschriften halten würden, wäre es im Straßenverkehr und auch sonst wo viel einfacher und entspannter.
Warum sind wir Radfahrer*innen vielen Autofahrer*innen ein Dorn im Auge? Wären wir auch noch mit dem Auto unterwegs, wie voll wären die Straßen dann? Wir sollen nicht auf der Straße fahren, sondern über den Wall oder sonstige Wege nutzen, wo der Autoverkehr nicht „gestört“ wird. Aber auch wir wollen keine Umwege machen, weil wir nicht nur Freizeitradler*innen sind, sondern zur Arbeit fahren, es eilig haben oder weil es regnet, kalt oder heiß ist und wir unsere Dinge des Alltags erledigen müssen. Die Stadt Lemgo unternimmt seit Jahren Anstrengungen, um uns das Fahrradfahren zu erleichtern und wirbt nun mit Plakaten für Verständnis und ein besseres Miteinander. Wer wie ich, seit Jahren auf ein eigenes Auto verzichtet und fast alle Wege mit dem Rad macht, freut sich über ein gutes Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die jetzt schon für ein gutes Miteinander sorgen, das sind oft Berufskraftfahrer*innen. Ingrid Koch

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